Moxy Budapest Downtown
Inside Budapest.
Mit dem Moxy Budapest Downtown eröffnet das erste Moxy Hotel in Ungarn. Für das Interior Design der Allgemeinbereiche im Erdgeschoss haben BWM die kulturelle Identität und Geschichte Budapests in eine vielschichtige räumliche Erzählung übersetzt. Historische Bezüge, architektonische Motive und zeitgenössische Interpretationen verbinden sich zu einem facettenreichen Konzept, das eine unverwechselbare Atmosphäre schafft.
Spielerische Referenzen.
Im Zentrum des Konzepts steht die Idee Budapests als aufstrebende moderne Metropole – geprägt von der Millennium-Ära, in der sich die Stadt tiefgreifend wandelte und sich als lebendige europäische Hauptstadt etablierte. Das metropolitische Selbstverständnis um die Jahrhundertwende wird aufgegriffen – eine Zeit, in der technische Innovation, städtische Expansion und bürgerlicher Fortschrittsgeist das Bild der Stadt nachhaltig prägten. Ein zentrales Motiv ist die historische M1, die erste U-Bahn auf dem europäischen Festland, die als wesentliche gestalterische Referenz dient und Ausdruck findet in einem gelben Liniennetz an der Decke, dem sprichwörtliche gelben Faden des Design-Konzeptes, sowie in gestalterischen Anspielungen auf Haltegriffe und Stangen.
Eine weitere Ebene der Erzählung nimmt Bezug auf die berühmten Budapester Brücken und deren markante Stahlarchitektur – was sich vor allem in der Materialwahl und in den Oberflächen widerspiegelt, besonders im Bereich der Bar, wo industrielle Anmutungen aufgegriffen werden.
Das Konzept setzt sich außerdem mit Erzsébetváros auseinander, einem der dynamischsten Stadtteile Budapests, dessen rasche Entwicklung wesentlich dazu beitrug, die Stadt zu einer modernen Metropole zu formen. Benannt nach Kaiserin Elisabeth – besser bekannt als Sisi – fügt der Bezirk dem Entwurf eine weitere narrative Ebene hinzu. Sisi wird durch eine Reihe spielerischer, zugleich subtiler Gesten zitiert, die lokale Geschichte mit zeitgenössischen Vorstellungen von Freiheit, Bewegung und Selbstinszenierung verbinden. Dazu zählen ein großformatiges Graffiti des lokalen Künstlers Áron Hidvégi, eine zeitgenössische Neuinterpretation einer kaiserlichen Ahnengalerie sowie Turnringe im Meeting-Bereich, die auf ihre bekannte Leidenschaft für körperliche Aktivität anspielen.
Darüber hinaus greift das Design die Geschichte des Standorts auf, an dem sich zuvor eine Ballettschule befand. Diese Vergangenheit wird durch Ballettstangen, grafische Darstellungen von Tänzerinnen und Bewegungsmotive v.a. im Aufzugsbereich gestalterisch weitergeführt.
Starke Kontraste.
In der Farb- und Materialgestaltung prägt eine dunkle Grundstimmung das Erscheinungsbild: Grauer Boden, schwarze Wände und eine schwarze Decke schaffen eine zurückhaltende Bühne, auf der einzelne Zonen und Elemente gezielt hervortreten können. Neongelb dient dabei als wiederkehrende Akzentfarbe und verweist auf das U-Bahn-Thema, während Grün Bezüge zu den Brücken herstellt. Die robusten Betongussböden werden durch Holz und Leder ergänzt, die dem Raum Wärme, Weichheit und eine gewisse Eleganz verleihen. Mosaikartige Fliesen zitieren die traditionsreiche Budapester Badekultur.
Individuell ergänzt.
Der planerische Schwerpunkt lag vor allem auf den Allgemeinbereichen im Erdgeschoss. Für jene Zimmer, die aufgrund ihrer Grundrisskonfiguration vom Standard abweichen – insbesondere die Suiten –, wurde das bestehende Moxy-Design von BWM gezielt weiterentwickelt. Anpassungen in der Möblierung sowie Ergänzungen durch Raumteiler und Schreibtische sorgen dort für eine individuelle und funktionale Ausarbeitung.
Aufgabe
Interior Design für ein neues Moxy Hotel mit 281 Zimmer & Allgemeinbereiche im EG (Lobby, Restaurant, Meeting, F&B, ...) in Budapest
Datum
05/2026
Auftraggeber
Forestay Group
BWM Team
Erich Bernard, Andras Klopfer, Marlene Gesierich, Rita Guggenberger, Michèle Donatsch, Lovisa Thörnblom, Karin Ender, Angela Molina
Bildnachweis
© Moxy Budapest Downtown/ Fred Sablon – The Hotel Shooter
Projektbeteiligte
Light planning
Pokorny Lichtarchitektur
Decoration/Styling/Greenery
SlaVie e.U.
Grafik
onetwowe, Maupie
Teppichdesign
onetwowe