BWM Designers & Architects

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Wiener Rathauskeller
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BWM haben den Rathauskeller im denkmalgeschützten Rathaus der Stadt Wien mit seinen gleichermaßen großteils denkmalgeschützten Veranstaltungsräumen und dem 110m langen Gang revitalisiert und die ursprüngliche Substanz wieder hervorgehoben und betont.

Das Wiener Rathaus zählt zu den eindrucksvollsten Bauten der Wiener Ringstrasse. Mit seiner damals durchaus modernen neugotischen Ausgestaltung und dem imposanten Turm wetteiferte es mit den großen Wiener Kirchenbauten und wurde zu einem Symbol für die wachsende Metropole und das erstarkende Bürgertum – eine weltliche Kathedrale des Volkes. Als von 1872 bis 1883 das neue Wiener Rathaus errichtet wurde, fehlte im ideologisch konzipierten Raumproramm nur eines: ein Ratskeller. Vor allem im nordeuropäischen Raum hatten große Rathäuser und Herrschaftshäuser hatten oft einen eigenen Raum, um Bürger und Gäste zum Umtrunk und geselligen Beisammensein einzuladen. Nur Wien hat sich zunächst dieser Tradition entzogen.
Als die Stadt das Rathaus errichten ließ, wurde kein Ratskeller eingerichtet. Architekt Friedrich Schmidt hatte aber Vorkehrungen getroffen, die es später erleichtert haben, einen solchen unterzubringen. Am 11. Februar 1899 war es dann soweit, basierend auf einer Entscheidung des Bürgermeisters Lueger bekam auch Wien seinen Ratskeller. Er sollte aber nicht nur Platz für Geselligkeit, sondern auch für den niederösterreichischen Wein bieten, der dort in große Weinlagern und Weinstuben prominent platziert wurde. Zugänglich war der nachträglich ausgebaute Keller nur über den Hof der Magistratsstraße.
Die künstlerische Ausgestaltung wurde Architekt Josef Urban und dessen Geschäftspartner, der Maler Heinrich Lefler übertragen, die in wenigen Monaten gemeinsam mit den an den Malereien beteiligten Künstlern Hugo Darnaut, Karl Friedrich Gsur, Hans Ranzoni, Max Suppantschitsch und Charles Wilda ein theatralisches Gesamtkunstwerk geschaffen haben.
Der unter den zeitgenössischen Architekten aufgrund seiner eklektischen Haltung immer wieder angefeindete Hagenbund-Gründer Joseph Urban war ein Meister der Inszenierung, üppig gestalteter Interieurs und ephemerer Gestaltungen. 1911 wurde er als Chefbühnenbildner an die Bostoner Oper gerufen und verließ Österreich in die USA, wo er nicht nur als Gründer der Wiener-Werkstätten-Niederlassung in New York, sondern als gefragter Designer für prominente Villen – unter anderem Mar-a-Lago – zu große Bekanntheit erlangte.  Der Wiener Rathauskeller zählt zu den wenigen zumindest teilweise erhaltenen Spuren Joseph Urbans in Wien.
1930 erfolgte eine Umgestaltung einzelner Bereiche durch den Architekten Stefan Fayans. 1964/65 und in den 1980er Jahren erfolgten grundlegende Renovierung, bei der auch Wand- und Deckenfresken erneuert aber viele Elemente der bauzeitlichen Gestaltung verändert wurden.

BWM haben nun die großteils denkmalgeschützten Räumlichkeiten revitalisiert – „Uns ging es darum, die ursprüngliche Substanz wieder hervorzuheben und an die Intensität der Gestaltung Joseph Urbans anzuschliessen. Wie bei all unseren planerischen Gedanken geht auch diesem Projekt eine genaue historische Analyse voraus“, führt Erich Bernard, BWM Designers & Architects die Herangehensweise aus. Der Wiener Rathauskeller ist ein komplexes Konstrukt, das trotz seiner sehr verschiedenen Säle auch viele Gemeinsamkeiten in der Gestaltung aufweist. BMW haben diese Elemente – konkret Gewölbe, Lambris, Luster, Spaliere, Malereien, Fenster und das Wappen der Stadt Wien – im Zuge der Revitalisierung nun wieder entsprechend betont.

Erich Bernard
Uns ging es darum, die ursprüngliche Substanz wieder hervorzuheben und an die Intensität der Gestaltung Joseph Urbans anzu-schliessen. Wie bei all unseren planerischen Gedanken geht auch diesem Projekt eine genaue historische Analyse voraus.
Erich Bernard

Von Grund auf neu strukturiert.

Das beginnt bereits beim Eingang… Ein Stück Geschichte – eine Originalsituation im Rittersaal nachgestellt in einer Vitrine – heißt die Gäste willkommen, ein mittig platzierter Tisch mit eingelassenem Spiegel in der Platte bringt den Luster und das Gewölbe zur Geltung. Um das ursprüngliche Raumgefühlt wieder herzustellen, wurde die Oberlichte geöffnet, der Bereich weiters technisch aufgerüstet etwa mit einer neuen Faltschiebetüre.

Über eine breite Steintreppe gelangen die Gäste ins Kellergeschoß, wo sie an der Rezeption inklusive modernisierter Garderobe empfangen werden, ein Meetingraum ist direkt angeschlossen. Akzentuiert wird der Empfangsbereich durch eine zentrale Kuppel mit indirektem Licht und der Form identen Gestaltung am Boden durch den roten Marmor. Das Rezeptionspult selbst nimmt die Struktur der Holzvertäfelung in der Verkleidung aus Adneter Marmor auf, die indirekte Beleuchtung hebt die Reliefwirkung hervor.

In der gesamten Länge des Verbindunggangs der Säle wurde der vollständige Bodenaufbau von Grund auf renoviert und neugestaltet. Um die enorme Länge zu strukturieren, wurden Friese in räumlicher Abstimmung auf die Kreuzgewölbe und Pfeiler mit neuen Steinen in Grün (Rauriser Marmor in Dorfer Grün), weiss (Rauriser Weiss) sowie rot (Breccia Pernice) geschaffen.

Verbindung mit Konzept.

Der alle Veranstaltungsräume verbindende Korridor erstreckt sich auf gesamt 110 Metern. „Jeder Eingang zu den gesamt 6 Sälen ist nun gut ersichtlich, da diese durch einem sich öffnenden Kreis aus rotem Marmor am Boden, einem eigens designte Luster an der Decke und einer abgehängten Messing-Beschilderung in den Bögen markiert ist“, erklärt BWM-Projektleiterin Elisabeth Albenberger.

Das neue Farbkonzept in beige- und grün betont die Grate der eindrucksvollen Kreuzgewölbe, in heller Gestaltung die Saaleingänge und invers in dunkleren Bereichen für das Durchschreiten des Ganges. Das neue Lichtkonzept mit den maßgeschneiderten Lustern bringt nicht nur die Saaleingänge besser zur Geltung, auch die eigens entworfenen Wandleuchten tragen zu einem stimmigen Gesamtbild bei. In Nischen eingebaute Servicemöbel wirken als wären sie Teil der Lambris, auch hier wurde der rote Stein des Bodens, Breccia Pernice, in der Aufsatzplatte wieder aufgegriffen. Gemütliche, integrierte Sitznischen runden das neue Gangambiente ab.

In Form und Art ergänzt. 

Als erster Saal befindet sich linkerhand der sog. Salon Ziehrer, der als À la Carte-Restaurant der Öffentlichkeit zugänglich ist. Der neobarocke Raum für 60 Personen auf 105 m² beeindruckt durch reiche Schnitzwerke, goldverzierte Vertäfelungen und Spiegeln. Die Gemälde wie auch die Wandlambris mit den goldenen Verzierungen wurden in Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt umfassend renoviert, die Wandverkleidung an den Stirnseiten mit indirektem Licht ausgestattet. BWM haben den Salon um eine neue Schank sowie Pendelleuchten in den Fensterbögen zum Korridor ergänzt. Für die Flexibilität wurden neue stapelbare Stühle definiert.

Der vom Architekten des Rathauses, Friedrich Schmidt, traditionell gestaltete Rittersaal mit einem Fassungsvermögen von bis zu 300 Personen auf 285 m² wurde von den Stadtvätern dazumal dem „Wiener Wein“ gewidmet. Die Fresken mit ihren mittelalterlichen Darstellungen wurden im Jahre 1898 von Architekt Josef Urban mit Hilfe des Malers Heinrich Lefler geschaffen – in Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt wurde der gesamte Saal mit seinen diversen Beschädigungen von den Fensterverglasungen bis zu Elementen im Bodenbelag detailgetreu restauriert. Für die unterschiedlichen Nutzungsszenarien wurde ein neuer Stapelstuhl mit eigens angefertigtem farblich changierendem Stoff, passend zu den restaurierten Wandgestaltungen definiert.

Direkt im Anschluss an den Rittersaal liegt das Rosenstüberl, das als Buffet oder auch temporäres Sessellager dient. Zu diesem Zweck haben BWM eigens ein neues Möbel entwickelt, das gleichermaßen als Paravent wie Buffetmöbel fungieren kann. Gestalterisch nimmt es die Struktur der bestehenden Wandlambris auf und wurde in der Höhe an die Schablonen-Malerei farblich angeglichen, ein harmonisches Ensemble ist das Ergebnis. Die bestehenden Luster wurden mit einheitlichen, neuen Lampenschirmen ausgestattet. Wie im gesamten Objekt, wurde auch hier „alles mit dem Ältest-Vorhandenen in Form und Art nachgebaut bzw. ergänzt“ so die BWM-Projektleiterin weiter.

Im angrenzenden Augustin Stüberl – Namensgeber war der Wiener Bänkelsänger „der liebe Augustin“ – finden bis zu 120 Personen (160 m²) etwa bei Weindegustationen oder kleineren Feierlichkeiten Platz. Im Zuge der Revitalisierung wurden alle Wandgemälde restauriert sowie weiters die Schank adaptiert, die nun gleichsam als Sichtschutz für die Kühlgeräte fungiert.

Dem Motto getreu ….

Die beiden getrennt wie gemeinsam benutzbaren Lanner-/Lehar-Säle (bis zu 300 Personen auf gesamt 280 m²) sind nach den Komponisten Josef Lanner und Franz Lehár benannt und stehen unter dem Motto „Garten & Musik“. Diesem entsprechend wird man nun bereits am spalierähnlich neu gestalteten Eingang passend abgeholt. Auch in den neu gestalteten Nischen – inkl. integrierter Garderobe – findet sich ein Paravant analog dem Lambris mit einem Aufbau aus Spalier und Spiegel. Neue Stühle, neue Servierwägen und neue Buffetmöbel als Sichtschutz für Personal-Zugänge runden das Gesamtbild harmonisch ab.

Namensgeber des gemütlichen Grinzinger Kellers (max. 320 Personen, 287 m²) ist das riesige, holzgeschnitzte Fass aus Wiens berühmten Heurigenbezirk Grinzing. Neben einem neuen Lichtkonzept gemäß der ursprünglichen Gestaltung wurde, zwecks Erleichterung der internen Abläufe, ein neuer Stuhl gemeinsam mit Braun Lockenhaus entwickelt, der dem ursprünglichen durchaus ähnlich, für eine praktischere Handhabung nun aber stapelbar ist.

Abschließend findet sich unter dem ehrwürdigen Rathaus das, dem Wiener Bürgermeister und seinen Gästen vorbehaltene, so genannte Ratsherrenstüberl inklusive zugehörigem Entree. Hier wurde neu möbliert sowie in Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt die Stühle renoviert und alle Gemälde detailgetreu restauriert.

Passend zum neuen Besuchererlebnis wurde mit einer Edelstahlwand, ebenfalls im gleichen Erscheinungsbild wie die Holzlambris der Rezeption, die direkte Einsicht in die Küche genommen.

Aufgabe
Refurbishment und Revitalisierung der großteils denkmalgeschützen Veranstaltungsräume inkl. des alle Räume verbindenden Korridors im Wiener Rathauskeller, beheimatet im denkmalgeschützten Rathaus der Stadt Wien

Datum
10/2025

Auftraggeber
GMS GOURMET GmbH

BWM Team
Erich Bernard, Sonja Leitgeb, Elisabeth Albenberger, Tobias Richter, Maria Schattovich

Bildnachweis
Photos: BWM Designers & Architects/ Ana Barros

Projektbeteiligte

Lichtplanung
Pokorny Lichtarchitektur

Subplaner
B.Weikl e.U.Ingeieurbüro für Innenarchitektur

Tischer
Josef Göbel GmbH

Steinmetz
Steinmetzmeisterbetrieb Johann Schaden Ges.m.b.H.

Maler
Malermeister Gerhard Simon GmbH

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